Zahnpatienten wollen weiterhin Freiheit bei der Arztwahl.

Verbraucherkompass „Patient“: Für rund zwei Drittel (65%) der Deutschen ist es wichtig, dass sie zwischen niedergelassener Einzelpraxis und Zahnmedizinischem Versorgungszentrum (ZMVZ) frei wählen können

Hamburg, den 13. Februar 2019 – Auf die standespolitische Forderung, Zahnmedizinische Versorgungszentren (ZMVZ) per Gesetz stark einzuschränken, reagieren die deutschen Patienten mit einer klaren Haltung: Zwei von drei Patienten wollen auch in Zukunft frei wählen können, ob sie sich in einer niedergelassenen Einzelpraxis oder in einem ZMVZ behandeln lassen möchten. Besonders wichtig ist die freie Wahl ihres Zahnarztes für die Altersgruppe 25 bis 34 Jahre: Hier geben 76% der Patientinnen und Patienten an, dass sie auch künftig eigenständig entscheiden wollen, ob sie eine niedergelassene Einzelpraxis oder ein ZMVZ aufsuchen möchten. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage des unabhängigen Marktforschungsinstituts Toluna, Frankfurt, unter 1.000 deutschen Patientinnen und Patienten im Dezember 2018 im Auftrag des Bundesverbands für nachhaltige Zahnheilkunde BNZK, Hamburg.

Obwohl es in Deutschland aktuell noch sehr wenige ZMVZ gibt – ihr Anteil liegt bei rund einem Prozent alles Zahnarztpraxen – geben 13 Prozent der befragten Patienten an, diese Praxisform zu bevorzugen. Fast jeder Dritte (31%) ist diesbezüglich offen und hat keine Präferenzen.

Eine klare Meinung haben die Patienten auch beim Punkt Wettbewerb und Qualität: Mehr als jeder Zweite (53%) ist überzeugt, dass ein Wettbewerb zwischen niedergelassenen Einzelpraxen und ZMVZ gut für die Qualität der Versorgung ist. Lediglich 11 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass ein Wettbewerb eher schlecht für die Qualität in der medizinischen Versorgung ist. 36% haben dazu keine Meinung.

Weitere Ergebnisse der Patienten-Umfrage:
Die deutschen Zahnarztpatienten sind treu – rund drei Viertel haben ihren Zahnarzt zuletzt vor vielen Jahren gewechselt. Allerdings vertraut nur jeder vierte Patient seinem Zahnarzt immer.

Sind die Behandlungsmethoden nicht nachvollziehbar, sehr aufwändig oder wird der Selbstkosten-Anteil hoch, holen 76% der Befragten eine zweite Meinung ein. Jeder dritte Deutsche hat sogar ganz auf eine Therapie verzichtet, wenn es teuer zu werden drohte. Besonders häufig drücken sich dann 35- bis 44jährige Patienten: Von ihnen hat sich bereits jeder Zweite schon einmal gegen die nötige Zahnbehandlung entschieden, wenn der Selbstkostenanteil hoch war.

Ist die Höhe der Behandlungskosten schon einmal ein Grund dafür gewesen, dass Sie notwendige Maßnahmen nicht haben durchführen lassen?

Basis: alle Befragten, N = 1.000 (Einfachnennung)

Insbesondere 35- bis 44-Jährige haben sich aufgrund der hohen Kosten schon gegen eine notwendige Behandlung entschieden. Quelle: BNZK

Während der Behandlung legen die 93% der Patienten großen Wert darauf, dass ihr Zahnarzt die neuesten Techniken und Methoden einsetzt. Mit zunehmendem Alter der Patienten steigt dieser Anspruch recht deutlich. Patienten unter 25 Jahren sind diesbezüglich relativ unkritisch. Dass sich der Zahnarzt aber direkt und ohne Umwege mit Kollegen über die bestmögliche Behandlung fachlich austauschen kann, empfinden 94 Prozent der Befragten als wichtig. Eine günstigere Behandlung im Ausland, zum Beispiel für Implantate, würden nur 21% der Deutschen in Anspruch nehmen. 37% nutzen dagegen lieber eine Finanzierungsmöglichkeit, die ihnen ihr Zahnarzt vor Ort anbietet. Weitere neun Prozent wünschen sich ein solches Angebot.

Die Studie Verbraucherkompass „Patient“, wurde im Auftrag des Bundesverbands für nachhaltige Zahnheilkunde BNZK, Hamburg, im Dezember 2018 durchgeführt.

Über den BNZK e.V.
Der 2018 gegründete Bundesverband für nachhaltige Zahnheilkunde e.V. und seine mittelständischen Mitgliedsunternehmen und Zahnärzte stehen für einen Qualitätswettbewerb zu Gunsten von Patienten und eine Angebotsvielfalt für Zahnärzte. Wir sind überzeugt, dass zahnmedizinische Versorgungszentren (ZMVZ) und Praxisverbünde neue Möglichkeiten schaffen, die flächendeckende Versorgung, Modernisierung von Praxen und beste Arbeitsbedingungen in Deutschland zu befördern.

Pressekontakt
Oliver Heieck
Mobil: +49 152 33558254
oliver.heieck@bnzk.de

2019-04-01T10:12:51+00:0013.02.2019|
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